Was beschäftigt Kunden von Business Software wirklich?

Was beschäftigt Kunden von Business Software wirklich?

2017 organisierten wir das erpcamp in St. Gallen zum ersten Mal. Wir hatten die Kraft und die Möglichkeiten des Formats „Barcamp“ auf den  zu PM-Camp sowie auf dem Teal-Camp erlebt und waren begeistert. Der besondere Reiz liegt ja in der Tatsache, dass die Teilnehmenden die Themen, die sie in den Sessions bearbeiten wollen, selber vorschlagen und festlegen. Welche Themen würden wohl im Bereich Business-Software und Digitalisierung auf die Pinnwand kommen? Würde sich alles um Big Data drehen? Oder doch eher um mobiles Arbeiten?

Aufruf zur Automatisation

Bevor wir uns mit den Teilnehmenden an die Themenwahl machten, hielt Alain Veuve seine Keynote „ERP in der Dämmerung des Machine Learning Zeitalters„. Er rief die ERP-Anbieter und Berater dazu auf, die modernen Möglichkeiten zur Automatisierung zu nutzen auch wenn dadurch bestehende Lizenz- und Geschäftsmodelle unbrauchbar werden. Damit war definitiv ein Anker gesetzt, das Interesse geweckt und Machine Learning ein Thema in den Sessions.

Ich behaupte nicht, dass Alain oder das erpcamp das Thema Maschine Learning in der Business-Software-Branche bewusst gemacht hätten. Aber wir waren dem aktuellen Hype definitiv voraus und haben etwas bewegt. Man muss dazusagen, dass Machine Learning zu der Zeit noch nicht wirklich in der ERP-Welt angekommen war. Auch auf Seiten der anwesenden Systemanbieter wurde man hellhörig. Inzwischen hat sich hier etwas getan, ob im Sinne von Alains Plädoyer bleibt zu klären.

Was bewegt uns wirklich?

Für die, die noch nie auf einem Barcamp waren, erklärten wir im Plenum, wie die Themen festgelegt werden. Anschliessend wurde es in zweifacher Hinsicht spannend. Erstens, weil jetzt jetzt gleich klar werden würde, was die wirklich spannenden Themen sind und zweitens, weil zunächst nichts geschah. Alle warteten darauf, dass die anderen Themen nennen würden.

Glücklicherweise dauerte dieser Zustand nur gefühlt eine Ewigkeit. Nach dem der erste sein Thema vorgestellt hatte, war de Bann gebrochen und ein Sessionslot nach dem anderen wurde gefüllt.

Überraschend war allerdings der Schwerpunkt der Themen. Machine Learning kam vor, Big Data kam war ein Thema. Doch viele Themen waren weit weg von den aktuellen Trends und neuesten Technologien. Es ging um sehr praktische Fragen, Themen mit denen sich Organisationen auseinandersetzen um ihren Alltag zu meistern und ihre Zukunft zu sichern:

  • Wie gelingt es, die Releasefähigkeit der eigenen Systeme aufrecht zu erhalten?
  • Wie behalten wir eine konstant hohe Datenqualität in den Systemen?
  • Welche Fähigkeiten und Kompetenzen brauchen Menschen um technische Entwicklung erfolgreich zu gestalten
  • Wie verknüpfen wir verschiedene System wirtschaftlich, effizient und wirksam?
  • Wer schaffen und erhalten wir Systeme, die mit der schnellen Entwicklung von Unternehmen mithalten?

Und die Sessions zu den genannten Themen waren gut besucht. Das heisst nicht, dass alles andere unwichtig wäre. Die Weiterentwicklung bestehender und die Neuentwicklung bisher nicht vorhandener Technologien ist zentral für Kunden und Anbieter. Aus der Themenwahl, die auch eine Priorisierung ist, sind zwei Erkenntnisse wichtig:

  1. Es gibt Hausaufgaben in den bestehenden Systemlandschaften, die nicht abschliessend gelöst sind
  2. Bei aller Faszination für Technologien: es sind Menschen die schlussendlich umsetzen und Erfolg erzeugen

Wichtig ist also, dass wir – Anbieter, Beratung, Kunden – unsere Angebote immer danach ausrichten, was den Menschen wirklich weiterhilft. Wir sind gespannt, was am 18. April 2018 auf der Themenwand stehen wird.

erpcamp-Themen-Kunden

By | 2018-02-17T09:56:22+00:00 Februar 17th, 2018|Barcamp|0 Comments

About the Author:

Reto Kessler ist seit vielen Jahren Berater und Projektleiter im Bereich ERP und IT. Sein grösstes Interesse gilt jedoch der Frage, wie Menschen in Organisationen erfolgreich kooperieren. Er beschäftigt sich mit Leadership, Kommunikation in Organisationen, Umgang mit Komplexität und Ungewissheit und Strategieentwicklung. Denn Kooperation ist der Schlüssel zu erfolgreicher Entwicklung und zum Meistern von Herausforderungen. Er ist ausgebildeter Organisationsberater und Coach und arbeitet für die e7° Beratung | Bildung | Reisen GmbH

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